Unterschied zwischen aktiver und passiver Begrenzung

Roboterstaubsauger sollen alles reinigen und saugen, damit die Arbeitserleichterung möglichst umfassend ist.

Daher lässt man die Staubsauger i.w. unbegrenzt arbeiten. Sie dringen so in alle Bereiche vor, in die sie aufgrund von Größe, Navigation und Kapazität vordringen können.

Bedarf

Eine Ausnahme sind hier Bereiche, die nicht roboterfreundlich sind und auch nicht (ohne beträchtlichen Aufwand) roboterfreundlich gemacht werden können. Es sind Bereiche, die von den Robotern nicht oder nicht sicher bewältigt werden können, weil sie sich verheddern oder festfahren könnten, oder Dinge hin- und herschieben.

Dies war bei frühen Modellen natürlich wichtiger, da sie zum Teil zufällig navigierten und ihre Umgebung mehr durch Kontakt erfühlt haben. Bei Saugrobotern, die mit Laser vermessen oder eine Kamera nutzen ist das weniger dringlich, der Bedarf kann aber  immer bestehen.

Die meisten Roboter sind zwar mit einem Stoßdämpfer ausgestattet, mit dem Gegenstände ertastet werden können. Sehr leichte Gegenstände werden jedoch verschoben, da sie nicht genug Widerstand leisten, um den Stoßdämpfer auszulösen.

Beispiele dafür sind Futternäpfe und Spielzeug.

Während Futternäpfe oft beschwert oder höhergestellt werden können, damit der Sauger sie nicht verschiebt, ist bei Kinderspielzeug nicht viel zu machen.

Um weder Kinder noch Haustiere zu stören, kann ein Roboter aus diesen Bereichen gezielt heraus gehalten werden. Doch müssen Sie Ihrem Roboter hier helfen und zeigen, welchen Bereich er nicht betreten soll. Sie errichten dazu eine dauerhafte Schranke, die der Roboter nicht überschreitet.

Begrenzungsarten

Es gibt drei Arten von

  • die aktive Begrenzung,
  • die passive Begrenzung, und
  • die virtuelle Begrenzung.

Eine aktive Schranke benötigt Energie, um erzeugt zu werden. Das beste Beispiel sind hier die Virtual Walls von , die mit Infrarot arbeiten. Ein kleines, batteriebetriebenes Gerät sendet einen Infrarotstrahl aus, der von den Saugern nicht durchfahren wird.

Eine passive Schranke benötigt diese Energiezufuhr nicht, sondern nutzt Eigenschaften der Schranke und – wenn man so möchte, die gespeicherte Energie in dieser. Das beste Beispiel ist hier das Begrenzungsband von Neato Robotics, das mit Magnetismus arbeitet. Das zuschneidbare Magnetband kann dort verlegt werden, wo die Neato Sauger nicht durchfahren sollen.

Die virtuelle Schranke existiert nicht materiell, sondern nur digital. Sie ist nur bei Saugern möglich, die wissen, wo sie sich gerade in Ihrem Räumlichkeiten befinden. Es setzt voraus, dass der Grundriss erkannt und gespeichert wurde und in dieser (i.a. per Smartphone App) Grenzen oder Bereiche markiert werden können, die er nicht befahren soll.

Bei Robotern, die auch Wischen können, können zudem oft Bereiche markiert werden, in die der Roboter gar nicht darf, und in denen er zwar saugen, aber nicht wischen soll.

Vergleich

Begrenzungsart Aktiv Passiv Virtuell
Technik Infrarot Magnetismus Digital
Schranke sichtbar nein (ggf. Gerät) nein (ggf. Band) nein
Batteriebetrieben ja nein nein
Hilfsmittel benötigt ja, Gerät ja, Band nein, Software
Präzise Absperrung bedingt ja ja
Zum Beispiel verwendet von iRobot Neato Robotics Roborock
Beliebig erweiterbar ja ja ja

Aktive Begrenzung

Die aktiven Schranken, wie sie zum Beispiel von iRobot eingesetzt werden, begrenzen mit Infrarot. Daher ist die Schranke selbst nicht zu sehen, was eigentlich gut ist, jedoch bei der präzisen Einstellung hinderlich sein kann.

Natürlich sehen wir die batteriebetriebenen Hilfsgeräte, die die Schranken erzeugen. Es lassen sich durch Einsatz mehrerer Geräte beliebige Grenzen erzeugen. Neben den geraden Virtual Walls gibt es von iRobot speziell für Futterstellen den Virtual Wall Halo, der eine kreisförmige Wand um diese herum erzeugen kann.

Passive Begrenzung

Die passiven Schranken, die zum Beispiel von Neato Robotics eingesetzt werden, nutzen Magnetismus. Das Magnetfeld selbst ist auch nicht zu sehen, doch fällt die Schranke eher auf, da das Band am Boden genau dort verlegt wird, wo die Schranke wirken soll. Das Band ist die Schranke. Es kann so sehr genau verlegt werden.

Die Schranke selbst benötigt zwar das Hilfsmittel Magnetband, aber keine Energiezufuhr, und ist somit kontinuierlich wirksam. Mit dem Begrenzungsband können Sie beliebige Begrenzungen erzeugen, auch um Futterstellen herum.

Virtuelle Begrenzung

Die virtuellen Schranken, die zum Beispiel von Roborock eingesetzt werden, nutzen  Software. Der Roboter kennt die Karte und seine Position darin. In der Kartenverwaltung  wurden die Bereiche markiert, in die der Roboter nicht vordringen soll.

Die Schranke ist generell nicht zu sehen. Es kann so sehr genau begrenzt werden.

Die Schranke ist in der Karte hinterlegt, die vom Roboter zur Navigation genutzt wird. Sie benötigt also selbst kein Hilfsmittel oder Energie. Natürlich muss die App das Markieren erlauben und unterstützen. An ihr liegt es auch, wie viele Bereiche unterstützt werden. Rein technisch gibt es keine Einschränkung.

Fazit

Alle Arten von Begrenzungen erfüllen ihre Aufgabe. Ohne solche Begrenzungen können Sie den Roboter nur durch echte Schranken fernhalten, wie etwa einer geschlossenen Tür.

Ein Beispiel ist hier der RoboCleaner von Kärcher, der nur physische Begrenzung unterstützt.

Durch die Fortschritte navigieren heute viele Roboter systematisch, kennen Grundrisse und werden bequem mit Apps verwaltet, wo sie die Bereiche einfach einzeichnen, meist durch Aufziehen eines Rechtecks und Einstellung der Regeln für diesen Bereich.

Denn moderne Roboter unterstützen nicht nur, ob sie in einen Bereich dürfen oder nicht, sondern erlauben Ihnen einstellen, in welchem Bereich wann mit welcher Leistungsstufe gesaugt und/oder gewischt werden soll. Der Roborock S7 ist hier ein Beispiel.

Das Ausschließen eines Bereiches wird so zum Spezialfall.

Ob die Begrenzung aktiv oder passiv ist, ist nicht nur Geschmackssache. Es hängt von Ihrem Roboter ab, was dieser unterstützt. Es ist daher ein Aspekt, der bei Ihrer Roboterwahl wichtig sein kann.

So unterstützt und respektiert ein Teil der iRobot mit systematischer Navigation und App dennoch sowohl die virtuellen Wände als auch die iRobot Infrarotfernbedienung.

Manche modernen Neato Robotics mit virtuellen Begrenzungen per App unterstützen weiterhin die passive Begrenzung mit Magnetband.

Da die Modelle eines Herstellers i.a. die gleiche Art von Begrenzung unterstützen, ist es eigentlich ein Aspekt bei der Herstellerwahl bzw. der Modell-Reihe des Herstellers.

So unterstützt der Roborock E5 die passive Begrenzung mit Magnetband, weil die Roborock E-Modelle keine Karte speichern. Roborock S-Modelle speichern diese und werden durchgängig per App virtuell begrenzt und können auf Wunsch bereichsweise eingestellt werden. Einige S-Modelle unterstützen weiterhin die passive Begrenzung.

Der Trend geht natürlich klar in Richtung virtuell, wie beim erwähnten Roborock S7.

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